2007
SuperIllu 10/ 2007
So viel Meer als Mode
Usedom Baltic Fashion Award 2007: Ein Highlight in Sachen Mode und mehr aus der Sicht von Carina Ladendorff exklusiv für SUPERillu.de
„Das müssen Sie jetzt noch aushalten.“ Eine gehobene Augenbraue der Moderatorin nach diesem Satz mit einem Augenzwinkern von Wolfgang Ley (Foto rechts), Gründer des weltberühmten Mode-Labels ESCADA, an das Publikum. Nach fast dreistündiger Präsentation der 12 Kollektionen in den Kategorien Pret-à-Porter Avantgarde, Couture und Céremonia von 13 DesignerInnen aus den Anrainerstaaten der Ostsee, besteht er darauf, zu jeder einzelnen eine genaue Urteilsbegründung der international renommierten Mode-Fachjury abzugeben. Egal, wie spät es ist. Das genau war auch seine Forderung, um überhaupt den Jury-Vorsitz beim 6. Usedom Baltic Fashion Award 2007 wieder zu übernehmen.
SUPERlink: Usedom Baltic Fashion Award 2007 - Quantensprung im Baltikum
SUPERpix: Baltic Fashion Award 2007 - Alle Preisträger
SUPERlink: Baltic Fashion Guests - Legger Mode auf Usedom
SUPERlink: Usedom - Sonneninsel voller Märchen
SUPERlink: Homepage - www.baltic-fashion-award.de
Mode auf Usedom
So wichtig, wie sich die heutige Spaßgesellschaft auch nimmt, dieser Event sollte den höchsten Ansprüchen entsprechen. Auch deshalb, weil man an der Ostseeküste Vorpommerns zwar Möwen, aber keine Paradiesvögel erwartet. Schon gar nicht im hart umkämpften und scheinbar oberflächlichen Metier MODE. Wenn man allein die Namen der Jury-Mitglieder liest, wird jedem klar, dass hier über Monate fachlich, gewissenhaft und objektiv gearbeitet wurde, bis es überhaupt zur Nominierung und Preisverleihung kam. Dass hier in Heringsdorf auf der wunderschönen Ostsee-Insel Usedom etwas Einmaliges entstanden ist, das längst zum Insider-Tipp in Sachen Marketing und Mode gehört. Wobei Mode nicht nur eine Frage der Bekleidung ist. Sondern viel mehr. So unerschöpflich wie das Meer…
Träume, Kreativität, neue Wege
"Mode ist die Nachahmung derer, die sich unterscheiden wollen, von denen, die sich nicht unterscheiden“, sagt Modeguru Karl Lagerfeld in seiner extraordinären Art. Den Unterschied fühlte man schon an diesem Oktoberabend im ausverkauften Kursaal des Maritim Heringsdorf. Kreativität und Engagement lagen sozusagen in der Luft. Alle Bereiche waren vertreten. Mode, Wirtschaft, Kultur, Sport. Aber warum immer dieses Schubladen-Denken? Mode muss letztendlich auch wirtschaftlich sein. Warum kann Wirtschaft nicht modisch und sportlich fair ablaufen? „Wir sind hier aber heute Abend nicht beim Eiskunstlaufen. Tiefer Respekt vor den DesignerInnen, veranlasst mich, dass Sie alle jetzt noch weiter zuhören sollen, bevor die Preise verliehen werden“, betont Wolfgang Ley. Wer ihm jetzt Profilierungsgehabe unterstellt, der kennt – obwohl es unvorstellbar ist – die weltweit tätige Luxus-Modemarke ESCADA mit einem Umsatz in Millionenhöhe nicht. ESCADA wurde 1976 von dem schwedischen Topmodel Margaretha und dem jungen Unternehmer Wolfgang Ley in München gegründet. Die Arbeitsverteilung war klar: während Margaretha sich um den kreativen Part kümmerte, übernahm Wolfgang den finanziellen Teil und den Verkauf. Heute ist die ESACADA AG in über 60 Ländern vertreten.
Verkaufen mit Seele
Wolfgang Ley ist nicht mit der Mode gegangen, er hat sie gemacht. Eigentlich könnte er sich ausruhen, aber in seinen Augen blitzt ein unruhiger Geist. Eine interessante Kämpfernatur. Bodenständig, überhaupt nicht abgehoben. Elegant. Mit Geist und Witz. Jetzt will er auch noch russisch lernen … Luxus ist für ihn ZEIT. Ihn nur untätig mit einem Champagnerglas auf einem Kreuzfahrtschiff zu sehen, ist nicht seine Sache. „Ich helfe gern Menschen.“ Er zitiert den Berliner Spruch: „Jeklatscht is noch lange nich jekooft „sehr gern. Denn: Jeder noch so kreative Künstler muss sich im Haifischbecken der Mode durchsetzen und verkaufen. Auch, um wieder neue Träume umzusetzen. Aber: Verkaufen mit Seele.
Mit Herzblut dabei
Genau das sagt auch der Usedom Baltic Fashion Award 2007-Preisträger für "Hohe Schneiderkunst" und Publikumsfavorit Marco Glowatzki (Foto rechts): „Ich will keine Kleider im stillen Kämmerlein nähen, ohne zu wissen, wer sie einmal tragen wird!“ Ist das das Geheimnis für den Erfolg? So einfach? Ja, dazu noch fachliche Perfektion, Fleiß und Disziplin. Und ganz wichtig: Humor und einfach Spaß an der Arbeit. Durchhalten. Kämpfen. „Die positive Resonanz, die ich bekomme, bestätigt mich täglich in meiner Arbeit.“ Arbeit, die sich gelohnt hat. Am Abend des Baltic Fashion Award 2007 kaufte ein nicht genannter Besucher die gesamte Kollektion „The Empress Collection“ des Marco Glowatzki im Wert von 40.000 EURO vom Laufsteg weg.
SuperIllu 11/ 2007
Usedom Baltic Fashion Award 2007
Quantensprung im Baltikum
Der Jahrgang 2007 war laut ESCADA-Gründer Wolfgang Ley „ein Quantensprung". Bei einer glanzvollen Gala im Kursaal Heringsdorf überreichte der Jury-Vorsitzende gemeinsam die Preise an fünf Mode-Designerinnen aus Deutschland und Lettland.
Die Modepreise «Baltic Fashion Award» sind in diesem Jahr an fünf Mode-Designerinnen aus Deutschland und Lettland vergeben worden. Die Frauen erhielten die mit je 7500 Euro dotierten Auszeichnungen in vier Kategorien am 20. Oktober bei einer feierlichen Gala in Heringsdorf auf der Ostsee-Insel Usedom. In der Kategorie «Avantgarde» siegte Katrin Sergejew, in der Kategorie «Ceremonia» die Lettin Zanete Auzina, in «Couture» Anette Kölling und bei «Prêt-à-Porter» Britta Stiehl und Anja Baumann. 13 Designer hatten sich vorgestellt. Der mit 4000 Euro dotierte Sonderpreis «Hohe Schneiderkunst» und der Publikumspreis gingen an den Hamburger Schneidermeister Marco Glowatzki.
2006
| ||
Mode Mit Puppenkleidern aus Omas Stoffresten fing alles an |
