Design - Gestaltung - Entwurf
Nord Handwerk, Januar 2009
Meister Marco ist nichts zu teuerBereits in seiner Kindheit entdeckte Marco Glowatzki das Nähen für sich. Heute verarbeitet der Schneidermeister in seinem Atelier "MM-Couture" die besten und teuersten Stoffe aus Mailand und Paris und veranstaltet selbst Schauen. Bereits in seiner Kindheit entdeckte Marco Glowatzki das Nähen für sich. Heute verabeitet der Schneidermeister in seinem Atelier "MM-Couture" die besten und teuersten Stoffe aus Mailand, Paris und veranstaltet selbst schauen.
Leise erklingt klassische Musik in einer Ecke der Werkstatt. Zwischen Nähmaschinen stehen Puppen in pompösen bunten Kleidern. Unzählige verschiedenfarbige Garnrollen hängen an der Wand. An die Fenster klatschen die Regentropfen. Marco Glowatzki hat dafür keinen Blick. Konzentriert zieht der Schneidermeister einen Stoff glatt, legt eine Schablone an und zeichnet mit schwachen Kreidestrichen die Umrandung nach. Immer wieder setzt er ab, greift am Arm an sein Nadelkissen. Vorsichtig spannt er den Stoff mit den Nadeln und misst mit dem Maßband nach - jede kleinste Abweichung würde später das Kunstwerk schmälern. Marco Glowatzki ist Schneidermeister der Haute Couture*. In seiner Werstatt werden nur die besten und teuersten Stoffe verarbeitet. Meister Marco, wie er von seinen Kunden genannt wird, bereitet eine Modenschau zur Eröffnung seines neuen Couture-Hauses in Hamburg vor. Die Tage in den kleinen Räumen im ländlich geprägten Lankau nahe Ratzeburg sind gezählt. Den Modeschöpfer zieht es zurück in die Metropole. Schließlich verarbeitet er die Stoffe der bekanntesten Modedesigner - ein Meter Stoff kostet nicht selten 800 € und kann nur in mühsamer Kleinarbeit mit der Hand genäht werden. Nur wenige können das bezahlen. Der Weg ist vielen zu weit. Deshalb muss Marco Glowatzki dort arbeiten, wo seine Kunden ihn aus dem gesamten Bundesgebiet gut erreichen. Fehlen wird ihm die ländliche Atmosphäre, wo das jährliche Schützenfest der Höhepunkt ist, schon. Schließlich war er bisher mit seinen bunten Kreationen ein gern gesehener Paradiesvogel. In Hamburg-Othmarschen wird er seine Werkstatt und einen Ausstellungsraum des neuen Couture-Hauses mit einer großen und bunten Schau eröffnen. Seit Wochen kleidet er seine Models ein und näht über 90 Kleider - jedes ein kleines Kunstwerk. Vor ihm steht eine Puppe in einem orangenfarbenen Kleid. Passend zum Stoff hängt er die selbst angefertigte Handtasche dazu. Sein Beruf ist seine Berufung. Mit dem Meistertitel erfüllte er sich 2001 den Traum der Selbständigkeit. Mittlerweile ist er so gut, dass seine Arbeiten 2007 auf der Insel Usedom mit dem "Baltiv Fashion Award" ausgezeichnet wurden. Erstmals vergab die Jury den Preis für hohe Schneiderkunst. Da er die Kunst mit der Nadel in Perfektion beherrscht, ist er einer der Wenigen, der nach den weltberühmten Modeschauen in Mailand und Paris aus Katalogen die exklusiven Stoffe der Designer bestellen und verarbeiten darf. Seine Kreationen werden weltweit auf Bällen und Galas getragen. Namen seiner Kunden nennt er nicht. "Diskretion ist für mich das höchste Gut", so der Schneidermeister. Werbung macht er nicht. "Viele Kunden hätten mich gern allein für sich - sie wollen verhindern, dass beispielsweise jemand das gleiche Kleid trägt", so Marco Glowatzki. Jedes seiner Stücke ist ein Unikat - auf Maß genäht, ganz nach den Bedürfnissen der meist weiblichen Kundschaft. |
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Anzeigen-Kurier, 25.10. 2007
Shakespeare oder HysterieAusgefallene Entwürfe überzeugten die Jury beim 6. Usedom Baltic Fashion Award Heringsdorf (AK/jobe). Ausgefallenen Ideen vom "Großstadtmärchen" über "Atemlos" bis "Shakespeare" dominierten den 6. Usedomer Baltic Fashion Award, der am Wochenende in Heringsdorf über den Laufsteg ging. 13 Designer aus Dänemark, Litauen, Lettland, Polen und Deutschland wetteiferten um Preise und Anerkennung. Alle wollten sie vor allem den "Baltic Fashion Award" mit nach Hause nehmen, welcher vom Land Mecklenburg-Vorpommern alljährlich an den kreativsten Modeschöpfer der Ostseeanrainerstaaten vergeben wird.
In der Kategorie Prêt-à-Porter wurde der Preis indes von Kaiserbädern und in der "Avantgarde" vom Unternehmerverband des Landes gestiftet. Wie Jury-Vorsitzender Wolfgang Ley informierte, hatten sich 80 Modeschöpfer um eine Teilnahme an der Herbstshow beworben. Unter ihnen war die hochbegabte Lettin Zanette Auzina, die mit ihrer spektakulären Kollektion "Shakespeare" für Aufsehen sorgte. Dafür erhielt sie den Preis in der neuen Kategorie "Ceremonia", den der Vorsitzende des Unternehmerverbandes Mecklenburg-Vorpommern überreichte. Den Preis der Kaiserbäder nahmen Britta Stiehl und Anja Baumann aus Deutschland von Kurdirektor Dietmar Gutsche entgegen. Die beiden jungen Designerinnen überzeugten in der Kategorie Prêt-à-Porter mit ihrer Kollektion "Hysterie", die eigentlich gar nicht so hysterisch daher kam, sondern sehr tragbar auf dem Laufsteg erschien. Der Preis für "Couture" ging an Annette Kölling aus Bremerhaven. Eigentlich war sie der Kategorie "Avantgarde" an den Start gegangen. Doch letztlich war die Jury der Meinung, dass die Kollektionen "Black Hag" und Chamäleon", die ineinander übergingen und von einem französischen Gemälde aus dem 17. Jahrhundert beeinflusst waren, mit dem Couture-Preis zu bewerten waren. Die drei angeführten Preise waren jeweils mit einem Scheck in Höhe 7500 Euro verbunden. Außerhalb der angekündigten Bewertung vergab die Jury einen Sonderpreis in Höhe von 4000 Euro an Marco Glowatzki für seinen "Couture"-Beitrag. Für seine wunderschönen Festkleider nominierten ihn die Zuschauer zudem für den Publikumspreis. Im kommenden Frühjahr dürfen sich die Modefans übrigens auf aktuelle Kreationen aus Dänemark freuen. Anzeigen Kurier, 25. Oktober 2007 |
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Schweriner Volkszeitung, 22.10. 2007 Gala der Designerinnen[...] Der mit 4000 Euro dotierte Sonderpreis "Hohe Schneiderkunst" und der Publikumspreis gingen an den Hamburger Schneidermeister Marco Glowatzki. Heringsdorf (dpa)
Die diesjährigen Modepreise "Baltic Fashion Award" sind an fünf Mode-Designerinnen aus Deutschland und Lettland vergeben worden. Die Frauen erhielten die mit 7500 Euro dotierten Auszeichnungen in vier Kategorien am Samstagabend auf der feierlichen Gala in Heringsdorf.
In der Kategorie "Avantgarde" siegte Katrin Sergejew, in der Kategorie "Ceremonia" die Lettin Zanete Auzina, in "Couture" Anette Kölling und bei "Prêt-à-Porter" Britta Stiehl und Anja Baumann. 13 Designer hatten sich vorgestellt. Der mit 4000 Euro dotierte Sonderpreis "Hohe Schneiderkunst" und der Publikumspreis gingen an den Hamburger Schneidermeister Marco Glowatzki.
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20.10. 2007
Modeträume werden wahr.Ob klassisches Kostüm, extravaganter Hosenanzug, festliches Ballkleid oder Smoking - anspruchsvolle Damen und Herren sollten sich einen neuen Namen merken: MM-Couture
Ob klassisches Kostüm, extravaganter Hosenanzug, festliches Ballkleid oder Smoking – anspruchsvolle Damen und Herren sollten sich einen neuen Namen merken: MM Couture. Dahinter verbirgt sich Meister Marco – ein junger Mann, der in einem der schönsten Patrizierhäuser der Hansestadt in der Innocentiastraße sein großzügiges Atelier eingerichtet hat.
Umgeben von dem Charme hoher Räume, edler Lüster und den exklusiven Stoff-Kollektionen von Ungaro oder Valentino – um nur einige zu nennen – fertigt der Schneidermeister feinste Garderobe für höchste Ansprüche. Ideen und Wünsche der Kunden paaren sich in seinen Modellen mit seinem kreativen und handwerklichen Knowhow zu raffinierter Mode, die die Persönlichkeit unterstreicht und den Körper umschmeichelt. Luxus eben. |
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Hamburger Abendblatt, 28./29.10. 2006 Was macht eigentlich ein . . . Couturier?Die französische Bezeichnung klingt schillernd und nach großer weiter Welt - viel spannender als die schlichte deutsche Übersetzung Schneider Manuela Keil
Die französische Bezeichnung klingt schillernd und nach großer weiter Welt – viel spannender als die schlichte deutsche Übersetzung Schneider. Vielleicht auch deshalb firmiert Marco Glowatzki unter MM-Couture. Der 34-jährige hat heute mit einigen Umwegen seinen Traumjob gefunden. Nach der Schule machte er eine Soziales Jahr und wurde dann Maler, "da es mit einer Schneider-Lehrstelle damals schwierig war". Nach der Lehre arbeitete er antike Möbel auf. Erst später begann Glowatzki eine Ausbildung zum Schneider, besuchte nebenberuflich die Meisterschule, machte 2001 seinen Meister und arbeitete in seinem Beruf zunächst als Angestellter. Dann machte er sich selbständig. Heute betreut er seine Kunden allein: "Ich wollte meine eigener Herr sein". Bei ihm kann man aus 13 Atelier-Kollektionen nationaler und internationaler Couture-Häuser wie Valentino oder Emanuel Ungaro seine Garderobe zusammenstellen und nach Wunsch von Hand anfertigen lassen. Glowatzki: "Das gilt vom Erstellen des Schnittes über das handstaffierte Futteral bis zum handgeschürzten Knopfloch und den Handkanten. Jedes Stück ist ein Unikat. Keines geht zweimal raus." Besonderen Spaß mache ihm "der Weg der kreativen Entstehung aus dem Nichts", wenn der Kunde zunächst Stoffe im Musterbuch anschaut. Dabei stehen 6000 Stoffe aller Kollektionen zur Wahl. "Ich berate und mache nebenbei eine Skizze." Dann wird der Stoff bestellt. Wichtig sei der Anlass, häufig werde Businesskleidung gebraucht. Pro Tag nimmt der Damen- und Herrenschneider nicht mehr als zwei Termine an. Er achtet darauf, dass sich die Kunden nicht begegnen. Denn Diskretion, Takt und Zurückhaltung sind entscheidende Eigenschaften in dem Job. "Ich nenne auch keine Namen." Leider seien seine Kunden ebenfalls sehr diskret und würden "ihren" persönlichen Schneider kaum weiterempfehlen. Derzeit angesagt seien vor allem Nadelstreifen für Kostüm und Hosenanzug sowie unifarbene Hosen zum Kombinieren. "Abendgarderobe wird immer weniger nachgefragt." Für einen Hosenanzug benötigt Glowatzki eine Woche. Er ist ab 1200 Euro zu haben. |
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Die Welt, 04.09. 2004
Designer-Träume nach MaßHanseatische Lebensart. Im Gespräch mit dem Hamburger Edel-Schneider Meister Marco
Von Deborah Knür
Eigentlich wollte er sich in diesem Jahr endlich Urlaub gönnen. Eine Woche wenigstens. Aber daraus wurde wieder nichts. Das Wetter war zu schlecht. Und Regen regt die Kauflust an. Weshalb sich viele seiner Kunden öfter in seinem Atelier als in ihren Sommerhäusern auf Sylt vergnügten. Meister Marco jedenfalls kann anders als der Textileinzelhandel nicht über mangelnde Aufträge klagen. Im Gegenteil. Konjunkturflauten kennt er nicht. Der 32-jährige, der mit bürgerlichem Namen Marco Glowatzki heißt, kleidet die Hamburger Gesellschaft ein. Und nicht nur die: Seine Kunden kommen mittlerweile auch aus München, Bad Pyrmont oder schon mal aus dem benachbarten Ausland. In seinem Atelier in der Innocentiastraße fertigt er seit zwei Jahren Designerträume nach Maß. Aus Stoffen von Valentino oder Ungaro zum Beispiel. Und natürlich Versace nicht zu vergessen. Aber dazu später. Wer zu Meister Marco kommt, sucht das Einzigartige Oder findet in den Designer-Boutiquen nichts Passendes. Chanel ist in Größe 42 Mangelware. Marco ist in der Nähe von Schwerin geboren. Und sein Weg war eigentlich schon vorgezeichnet. Dass wusste jedenfalls sein Oma schon, als er kaum über den Rand der alten Nähmaschine gucken konnte. Mit ihr kleidete die Großmutter, bei der er als Kind die Ferien verbrachte, damals die ganze Familie ein. Und Marco guckte zu. Heute steht die Nähmaschine bei ihm zu Hause. Erbstück und Erinnerung. "Damals war für mich klar, dass ich das auch machen wollte", sagt der Schneider. Eine Lehrstelle zu finden war allerdings ein Problem. Der einzige Herrenschneider der Region war lange im Voraus ausgebucht. Also begann er bei seinem Onkel eine Malerlehre. Auch etwas Kreatives immerhin. Später heuerte er bei einer Altmeisterin in Soltau an, wo er noch als Geselle arbeitete. Bis er zu Jürgen Hartmann ging, wo er acht Jahre blieb und seinen Meister machte. Der Brief hängt heute unübersehbar an der Wand. Das macht Eindruck, wenn auch nicht so viel wie die Kronleuchter und das Kristall, die großen Spiegel und die schweren Teppiche auf dem Parkett, die immense Stoffauswahl und das elegante Ambiente in seinem Atelier. Die Kunden sollen sich schließlich wie zu Hause fühlen. Vor zwei Jahren machte er sich selbständig. Die Unabhängigkeit. "Sonst macht man doch immer, was der Chef bestimmt", sagt er. Damals gab er auch seinen Nachnamen zu Gunsten von Meister Marco her. Klingt doch besser als Glowatzki Couture. Den Kunden jedenfalls gefällt es . Wie das, was sie bei ihm in Auftrag geben. Stammkunden zumeist, manche kommen alle zwei Wochen in die Innocentiastraße. Und oft drängt die Zeit. Ein Fest steht an, und der Flieger nach Marbella wartet nicht. Auf Schneiderpuppen hängen die Stücke, die auf Abholung warten oder fast fertig sind. Ein Traum aus hellblauer italienischer Seide zum Beispiel, oben herum mit Perlen und Paillettten von Swarowski bestickt. Die allein haben einen Materialwert von rund 600 Euro. Vor allem bei den Designerstoffen kostet das Material allein schon so viel wie mancher im Monat Miete bezahlt. "Ein Meter Stoff von Valentino kann 99, aber auch 300 Euro kosten, so der Edel-Schneider. Da schlägt der Stoff für ein Kostüm schon mal mit 600 bis 800 Euro zu Buche. Aber über Geld wird nicht gesprochen bei Meister Marco. "Die meisten Kunden fragen nicht, was es kostet", sagt der 32-jährige. Bei der Abholung gibt es zum Kleidersack einen verschlossenen Umschlag, in dem die Rechnung ist. "Innerhalb von einer Woche ist das Geld in der Regel überwiesen." Dass einer nicht gezahlt habe, sei bei ihm noch nie vorgekommen. Über mangelnde Zahlungsmoral kann er sich nicht beklagen. Auch bei denen nicht, die mit Vorliebe zeigen, das sie sich Meister Marco leisten können. "Meine Versace-Russen", nennt er sie fast liebevoll, weil ihre Vorlieben so wenig zurückhaltend sind wie das Design des Labels. Unter dem Tisch liegen russische Mode- und Lifestylemagazine. Mancher zeige eben lieber als andere, was er hat. Dem Hanseaten liegt das eher fern. Überhaupt sei der eher zurückhaltend, auch was die Stoff- und Modellauswahl angehe, plaudert Marco im wahrsten Sinne des Wortes aus seinem reich gefüllten Nähkästchen. Das gibt es wirklich: Jeder Kunde bekommt bei ihm eine Karteikarte mit allen relevanten Daten, die nur im Notfall geändert werden. Aber das kommt selten vor Und wenn, dann klingt das etwa so: "Ach wissen Sie, wir waren gerade wieder auf Kreuzfahrt. Das gute Essen, Sie wissen schon. Machen Sie das Kleid dieses Mal zwei Zentimeter weiter?" Für Meister Marco kein Problem. "Ich gebe ohnehin immer drei Zentimeter mehr in die Nähte", sagt der und nennt das "Seereisen-Reserve". Er kennt die Vorlieben seiner Stammkunden. "Viele haben ganz präzise Vorstellungen und pflegen ihren Stil." Andere kommen mit Fotos aus "Gala" oder "Bunte". "Modell Sophie", nennt er dann ein Kreation, die so schon mal eine Gräfin oder ein Star getragen hat. Meist ändert er sie ein bisschen ab. Mit Diplomatie findet sich immer eine Alternative, die der Kundin am Ende besser steht. Neukunden kommen zuerst zum Schnuppertermin. "Manchmal fehlt die Vorstellungskraft, dann ist es nicht leicht, sich das fertige Stück zu denken, wenn es keine Modelle gibt." Aber Marco fertigt nur nach Maß, Konfektion gibt es bei ihm nicht, weshalb eine Skizze genügen muss, um zu zeigen, wie Anzug oder Robe einmal aussehen werden. Drei Termine benötigt eine Kreation in der Regel, Besprechung, Anprobe und Abnahme. Die Anprobe kann auch schon mal zwei Stunden dauern, aber Kaffee, Wein und Champagner stehen bereit. Zwei bis drei Wochen nimmt eine Produktion zumeist in Anspruch, je nach Aufwand, versteht sich, und auch nach Stoff. Manche haben längere Lieferzeiten, wie zum Beispiel jener, aus dem er kürzlich einen Anzug schneiderte. Dunkel mit feinen Nadelstreifen – 22 Karat Gold. Ein Geschenk der Ehefrau zum 70. Geburtstag, der Mann hatte von dem Stoff geschwärmt. Keine Hamburger, die Kunden kommen aus dem Süden. Das Atelier: Seit 2002 kreiert Marco Glowatzki in der Innocentiastraße 13 Mode nach Maß. In elegantem Ambiente suchen die Kunden aus unzähligen Mustern die passenden Stoffe aus und entwickeln gemeinsam mit Meister Marco ihren Wunschschnitt. Der Schneider entwirft nach Vorlagen oder nach eigenen Ideen. Die Stoffe: Weit über 1000 verschiedenen Stoffe verwendet Meister Marco für die Kreationen, darunter vor allem solche von Designern wie Ungaro oder Valentino, aber auch Agnona oder Versace. Besonders exklusive Muster fordert er von den Herstellern an, wie einen Stoff mit Nadelstreifen aus 22 Karat Gold. Die Kosten: Sie sind abhängig von Arbeitszeit und Materialkosten, die sich nach den Stoffpreisen richten, die zum Beispiel bei Valentino zwischen 99 und 300 Euro liegen können. Für ein Kostüm können da schon mal 600 bis 800 Euro anfallen. |
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die Welt Mit Puppenkleidern aus Omas Stoffresten fing alles anSchneider Marco Glowatzki erfüllt sich einen Traum "Der Duchesse lässt sich wunderbar mit dieser Spitze kombinieren." Marco Glowatzki wirbelt mit dem edlen Stoff um ein Modell herum, steckt Nadeln fest, zieht sie wieder heraus und fixiert sie an anderer Stelle. Mit kritischem Blick tritt er ein paar Schritte zurück und begutachtet sein Werk. "Sehr schön", sagt er nach einer Weile und lässt sich zufrieden in einen Sessel sinken.
Für Glowatzki ging mit der Eröffnung seines eigenen Ateliers ein Traum in Erfüllung. Vor vier Jahren machte sich der gelernte Schneidermeister mit MM Couture in einer Villa in der Innocentiastraße selbständig. Inzwischen hat er sich unter den Top-Schneidermeistern der Stadt etabliert. Exklusive Einzelstücke fertigt der 34-jährige nach den Wünschen seiner Kunden. "Dabei gibt es eigentlich nichts, was man nicht machen kann", sagt Glowatzki. Mit Zulieferern wie Valentino und Emanuel Ungaro verarbeitet er Stoffkollektionen nationaler und internationaler Couture-Häuser in handwerklicher Arbeitsweise. Warme Töne dominieren die lichtdurchfluteten Räume des Ateliers. Die stuckverzierten Decken harmonieren mit antiken Möbeln, ein riesiger Kristallkronleuchter schmückt den Salon. "Ich wollte mein Atelier so gestalten wie auch die großen Couture-Häuser in ihren Anfängen ausgesehen haben", sagt Glowatzki. Dass die Harvestehuder Villa von Außen dagegen einen eher zurückhaltenden Eindruck macht, ist durchaus gewollt. Nach hanseatischer Manier sei das so üblich, sagt der 34-jährige. "Man muss nicht unbedingt zeigen, was hinter einer Fassade steckt." Schon früh entdeckte Glowatzki seine Leidenschaft für das Schneidern. "Meine Oma hat damals immer genäht. Ich habe dann irgendwann angefangen, aus ihren Stoffresten Puppenkleider herzustellen.", erinnert er sich. Schon bald wurde Yves Saint-Laurent, der Pariser Modeschöpfer, sein Vorbild. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht für Glowatzki der persönliche Kontakt zu den Kunden. "Ich will keine Kleider im stillen Kämmerlein nähen, ohne zu wissen, wer sie einmal tragen wird", sagt er. Gerade wegen dieser exklusiven Betreuung hat Meister Marco, wie ihn viele nennen, zahlreiche Stammkunden. Und das nicht nur in Hamburg. Aus ganz Deutschland erhält er Aufträge, auch im Ausland schwören einige Kunden auf sein Können. Glowatzki schneidert für Menschen unterschiedlichster Couleur, wie er sagt. Auch bei den Preisen seiner Stoffkollektionen bestehen erhebliche Unterschiede. Für knappe 50 Euro pro Meter ist bereits ein qualitativ hochwertiger Stoff zu bekommen. Wer es jedoch edel und extravagant liebt, der kann mehr als 600 Euro für Nadelstreifen aus 22-karätigem Gold ausgeben. Für Glowatzki sind es gerade die verschiedenen Geschmäcker und Vorstellungen seiner Kunden, die das Schneidern so interessant machen. "Von klassisch-zurückhaltend bis flippig ausgefallen war eigentlich alles schon mal dabei", sagt er. Auch MM-Couture bekam die wirtschaftlich schlechten Zeiten zu spüren. Den Schritt in die Selbständigkeit hat Marco Glowatzki aber niemals bereut. Im Gegenteil. Die positive Resonanz, die ich bekomme, bestätigt mich täglich in meiner Arbeit." Mit Beginn der Ballsaison wird Glowatzki wie jedes Jahr sogar einige Mitarbeiter einstellen. "Alleine ist die Arbeit dann nicht mehr zu bewältigen. |